25. Dezember 2010 -
Die Menschen in Zimbabwe feiern Weihnachten. Sie versuchen ihre Lethargie zu vergessen. Sie singen, reisen im Land herum, um sich gegenseitig zu besuchen und zu vergessen. In den Krankenhäusern wird gelitten und gestorben. Die gute Regenzeit mit heftigen Gewittern hat zumindest St. Lukes lahmgelegt: kein Strom, defekter Generator, nur eine Nottelefonleitung. Über die Feiertage sind keine Reparaturdienste vorgesehen... mehr
Kleine Beobachtung aus dem Alltag von St. Lukes...
13. Dezember 2010 -
Als ich heute Morgen aus dem Fenster schaue, strahlend blauer Himmel, die Sonne geht gerade hinter der Kirche auf, es ist halb sechs, sehe ich ein Kind mit Schlapphut unbeweglich auf einem Koffer sitzen.
Die Mutter muss es auf dem Weg nach Bulawayo a b g e s e t z t haben. Sie hat wohl etwas zu Hause vergessen und wird gleich wiederkommen, um den Weg mit dem Kind zur Hauptsraße fortzusetzen (1km). Das Kind tat mir leid, so unbeweglich auf dem Koffer sitzend.
Ich ging raus zum Kind und da sehe ich die Frau kommen. Es ist Lucia. Sie ist die Mutter unseres Drivers Victor. Sie ist die Großmutter des Kindes. Und da erfahre ich die Geschichte:
Das Enkelkind ist sieben Jahre, die Mutter ist kurz nach der Geburt gestorben und das Kind ist mit drei Monaten erblindet. Jetzt wird die Gogo (Oma) mit dem Kind per Anhalter nach Byo fahren, weil sie am Montag einen Termin beim Augenarzt hat. In Byo gibt es eine Blindenschule. Ich fahre Großmutter und Kind mit Gepäck zur Haltestation an die Hauptstraße. Ich erinnere mich dunkel, dass ich vom Tod der Mutter und einer Erkrankung des Kindes vor sieben Jahren gehört habe. Seither lebte ich an diesem Schicksal vorbei. Mal sehen, wie wir helfen können!
Hans Schales, Dezember 2010 mehr