Simbabwe

Rede von Dr. Hans Schales am Infoabend des Fördervereins in St. Ingbert

Mittwoch 25. Mai 2005

Salibonani und Niabonga Guten Abend und Danke...

Ihnen allen, die Sie trotz des morgigen Feiertages gekommen sind! Danke allen, die diesen Abend vorbereitet haben!

Ich freue mich in St. Ingbert zu sein, der Stadt meiner Großeltern, meiner Eltern, meiner Jugendzeit, der Stadt meines Bruders, meiner Verwandten, Freunde und Bekannten! Ich habe hier 21 Jahre gelebt, ich wurde hier volljährig.

Den Freunden aus Dudweiler verspreche ich, dass ich zu Ihnen das nächste Mal komme, denn dort habe ich fast 30 Jahre gewohnt und gearbeitet.
In Würzburg habe ich sechs Jahre gelebt, es ist die Stadt meiner Kindheitserinnerungen; später habe ich hier zwei Jahre Medizin studiert und bin Mitglied des Missionsärztlichen Instituts geworden. Heute Abend ist der Geschäftsführer des Instituts, Herr Hein-Rothenbücher, bei uns. Herzlich willkommen Karl-Heinz!
Geboren bin ich in Landsberg am Lech, an das ich keine Erinnerungen habe.
Seit vier Jahren lebe ich in Zimbabwe, einem Land, über das fast alle Saarländer seit drei Jahren durch die Arbeit des AP bestens informiert sind.

Heute haben Sie von Dr. Davis-Ziegler und Gordon weitere Insiderinfos aus erster Hand bekommen und wenn Sie die HP des AP verfolgen sind Sie immer auf dem neusten Stand.
In Zimbawe lebe ich in einem von der Sonne verwöhnten Land unter freundlichen Menschen. Ich wohne in einem geräumigen Haus mit fließend kalt-warmen Wasser und Elektrizität, beides nicht allzu oft von Stromausfallen unterbrochen, mit Telefonanschluß vorwiegend zum Empfang und Versenden von e-mails. Eine treue Haushälterin und eine gute Küche sorgen für das tägliche Wohlbefinden. Ich schlafe in der Malariazeit unter einem Moskitonetz, schlucke in den gefährlichen Monaten vorsorglich Resochin und habe erst einmal eine leichte Malaria und etwa zweimal jährlich Durchfall gehabt.
Ich stehe morgens um 5Uhr30 auf, gehe zur Hl. Messe, arbeite mit kurzen Unterbrechungen bis etwa 4-5 Uhr, habe jeden dritten Tag Bereitschaftsdienst, da wir z. Zt. 3 Ärzte sind. Meine Hobbys sind Lesen Musikhören und E-mailen. Zu wenig Zeit habe ich für Radfahren und Wandern.
Vom zimbabwischen Staat bekomme ich ein kleines Gehalt, das zum einfachen Leben vor Ort ausreicht, über Misereor bin ich sozial abgesichert und meine Heimflüge und privaten Projekte bezahle ich von meiner deutschen Rente.

Vor Kurzem habe ich gelesen, dass bei einem Wettbewerb um das schönste Wort der Deutschen Sprache , das Wort Habseligkeiten gewählt wurde, begründet durch folgende Definition: Habseligkeiten ist das Wort für das, was ein Kind aus seiner Hosentasche zaubert, wenn es sich an dem Reichtum und der Vielfalt seines Besitztums erfreuen will.

Heute Abend möchte ich Sie an meinen Habseligkeiten, an meinem Reichtum teilnehmen lassen. Damit will ich nicht nur Informationen über Zimbabwe, sondern vor allem über meine persönliche Welt geben, damit Sie besser verstehen, was mir diese Welt bedeutet.

Meine Habseligkeiten sind die Menschen, besonders die Armen und Kranken und ihre Helfer vor Ort und zu Hause.

Ich bin als Arzt nach Zimbabwe gekommen. Je länger man im Land ist, erkennt man welch unvorstellbares Elend die Pandemie HIV-AIDS, die Machtbesessenheit der Regierung und die fast alljährliche Trockenheit über die Menschen gebracht haben, sowohl über die Städter als auch die Landbevölkerung. In unserem Krankenhaus sehe ich nur die Spitze des Eisbergs, die Spitze eines stillen Tsunamis.
Bilder, Einzelschicksale, Gedanken, die mir nicht aus dem Kopf gehen, mit denen ich abends einschlafe und morgens wach werde:

Die etwa 70 jährige Frau, die ihre 18 jährige Nichte und deren Neugeborenes zwei Wochen lang rund um die Uhr pflegt. Die Nichte ist nach der Geburt ihres ersten Kindes durch eine Schwangerschaftsvergiftung und gleichzeitige Malaria eine Woche tief bewusstlos. Sie erholt sich nur langsam, weil sie auch HIV positiv ist. Die alte Frau schläft unter dem Bett der Patientin auf dem Boden. Erst bei der Entlassung erfahren wir, dass die gute Pflegerin die Mutter des Erzbischofs von Harare ist.
Die zwanzigjährige aidskranke Frau, die zusammen mit ihren beiden Kleinkindern von der Großmutter gebracht werden. Nach einigen Tagen stirbt die junge Frau und die Großmutter muß die beiden Waisenkinder, die sehr wahrscheinlich auch den tödlichen Virus in sich haben zu sich nehmen und aufziehen.

Die etwa 60 jährige Frau die ihre 18 jährige schwangere Tochter mit hohem Fieber ins Krankenhaus bringt. Sie ist von Binga , einem Ort etwa 300 km von St .Luke’ s entfernt und schon den ganzen Tag unterwegs, da es im Krankenhaus in Binga keinen Arzt gibt. Kurz nach der Aufnahme bekommt die junge Frau Krämpfe und wird bewusstlos. Sie hat die gefürchtete cerebrale Malaria. Das Fieber löst Wehen aus und das zu früh geborene Kind stirbt nach wenigen Stunden. Wir können auch das Leben der jungen Mutter nicht retten, die Malaria ist zu weit fortgeschritten und sehr wahrscheinlich ist sie auch aidskrank. Die 60 Jährige reist mit zwei Leichen den langen Weg zurück, da die Toten in der Nähe der Wohnstätte beerdigt werden müssen.

Die alleinstehende junge Mutter, die kein Geld für den Heimtransport ihres verstorbenen Kindes hat und deshalb das Kind auf einem Feld nahe beim Krankenhaus beerdigen muß.

Die junge Frau, die drei Kinder geboren hat, aber keines einen Monat überlebte da sie AIDS krank ist und kein Geld für Milch hat.

Die Frau die ihr sechstes Kind alleine in ihrer Hütte zur Welt bringt, etwa 35 km vom Krankenhaus entfernt, und von den Nachbarn verblutet vorgefunden wird, als sie von Kinderschreien aufmerksam gemacht werden.

Der Mann, der von einem selbstgefällten Baum erschlagen wurde und seitdem querschnittgelähmt ist.
Der Epileptiker, der in offenes Feuer gefallen ist und seit Monaten mit schwersten Verbrennungen am ganzen Körper bei uns gepflegt wird.

Der neunjährige Junge, der von einem Kuhhornstoß lebensgefährliche innere Verletzungen erleidet und durch eine Operation gerettet werden kann.

Joice, das herzkranke 14 jährige Mädchen, das so gerne die Schule besuchen möchte, aber zu schwach ist. Wir haben sie in das größte Krankenhaus nach Byo geschickt, um sie dort untersuchen zu lassen, ob eine Herzoperation möglich ist, aber dort gibt es keine Herzspezialisten mehr, und auch in Harare, der Hauptstadt Zimbabwes, 600km von St.Luke`s entfernt, gibt es diese Möglichkeit nicht mehr. Das Gesundheitssystem in Zimbabwe ist zusammengebrochen.

Die 11 jährige Princess, die mir um den Hals fällt, als wir ihr sagen, dass sie in Indien an ihrem Herzfehler, der seit ihrer Geburt bekannt ist, operiert werden wird. Sie war inzwischen mit drei weiteren Herzpatienten mit Finanzierung durch das AP im Februar nach Indien geflogen worden. Princess und ein weiterer Patient konnten erfolgreich operiert werden. Bei zwei Patienten stellten die Spezialisten in Indien fest, dass das Operationsrisiko zu groß sei.

Die 33 jährige Kathazile, die ich von ihren sich außerhalb der Gebärmutter entwickelten Zwillingen entbunden habe; diese sind dann im Alter von drei Monaten durch Rauchvergiftung gestorben sind. Kathazile, ist gleichzeitig unsere erste Patientin, unter antiretroviraler Therapie. 
Die zwanzigjährige Samantha, die todkrank eingeliefert wird, sie hat zwei kleine Kinder, die von Angehörigen versorgt werden. Wir stellen eine HIV bedingte schwere Lungenerkrankung fest, sie ist unsere zweite Patientin unter ART und sie erholt sich in wenigen Wochen.

Der achtjährige Bruce. Er wird todkrank von Sr. Helga auf einer Außenstation entdeckt. Er ist Vollwaise und völlig vernachlässigt von Angehörigen. Sie bringt ihn in unser Krankenhaus, wäscht ihn, gibt ihm saubere Kleider und ein sauberes Bett. Sie pflegt und betreut ihn, bis er nach wenigen Tagen an AIDS stirbt. Seine einzige Habseligkeit ist ein abgewetzter, gelber Golfball, den er bis zum Tod fest in seiner Hand hält.

Die Helfer vor Ort und zu Hause: In und um St.Luke’s haben wir nur wenige engagierte Mitarbeiter und Helfer. Die Menschen sind zu sehr mit ihren eigenen Problemen und ihrem Überlebenskampf beschäftigt:

An erster Stelle muß ich unseren Verwalter Gordon nennen, dann Vusa, den ich mit 17 Jahren als Gärtner, eingestellt habe und der jetzt zusammen mit dem Buchhalter Thadeus im AP mitarbeitet, die Lehrer der Schulen, die wir unterstützen, Father Sipho, der südafrikanische Priester unserer Missionsstation und die Mariannhiller Missionare in Bulawayo.

Hier im Saarland das große Heer der Menschen mit einem guten Herzen!
Die Mitglieder des AP, die großen und kleinen Sponsoren, die Pateneltern, die Schüler und Schülerinnen vieler saarländischen Schulen, die namenlosen Spender und die Menschen die uns Mut zusprechen und unsere Arbeit wohlwollend und betend begleiten.

18 Saarländerinnen und Saarländer und sechs aus anderen Bundesländern haben in den vergangenen vier Jahren unentgeltlich und in ihrem Urlaub in St. Luke’ s mitgearbeitet. Namentlich erwähnen muß ich Alexander, der als ADiA (anderer Dienst im Ausland) seit 14 Monaten ausgezeichnete Arbeit leistet. Über seine Arbeit könnte man abendfüllend berichten.

Die Hilfe durch Misereor-Aachen und das Missionsärztliche Institut in Würzburg (aus dem ich hervorgehe), die uns maßgeblich bei unserem neuesten Projekt für die Behandlung der AIDS Kranken unterstützen:
Vor zwanzig Jahren wurde in Zimbabwe der erste AIDS Patient diagnostiziert. Heute sind 2 Millionen Zimbabwer mit dem tödlichen Virus infiziert, über 50% sind junge Frauen, wöchentlich sterben etwa 3000 Menschen an den Folgen von AIDS, das durchschnittliche zu erwartende Lebensalter ist von 63 Jahren auf 38 Jahre abgefallen.

Vor über einem Jahr hat das Gesundheitsministerium St.Luke`s zu einem Schwerpunktkrankenhaus für die AIDS Behandlung unserer Region ausgewählt; aber außer Absichtserklärungen hat sich nichts getan. Zimbabwe ist bankrott und die Krankenhäuser sind zu Sterbehäusern geworden. Mit der tatkräftigen Hilfe einer erfahrenen Ärztin vom MI Würzburg haben wir vor einigen Wochen die planmäßige Behandlung von AIDS Patienten begonnen. Mit der Unterstützung von MISEREOR und des AP streben wir die Behandlung von etwa 1000 Kranken in den nächsten 3 Jahren an. Die monatlichen Behandlungskosten pro Patient betragen zur Zeit etwa 25 Euro. Dieses längst überfällige Projekt wird unsere Arbeit in und um das Krankenhaus herum revolutionieren. Wir werden sie speziell über den Fortschritt dieses Projektes über unsere HP auf dem Laufenden halten.

Der Kontakt mit Ihnen, unseren großherzigen Menschen von der Saar, bedeutet mir sehr viel. 
Eine Frau ,sie ist auch heute hier im Saal, schrieb mir zum Jahresbeginn folgende Zeilen:
...`daher sind Menschen wie Du so wichtig für so viele andere, nicht nur für die, denen Du direkt vor Ort hilfst, sondern für viele, die durch Dein Leben wieder Sinnhaftigkeit erfahren!` 

Daß dies nicht nur die Meinung eines Menschen ist zeigt mir,Ihre Anwesenheit! Ich bin stolz auf Sie, wie auf unseren neuen deutschen Papst!

Herzlichen Dank - Syiabonga!

Saarland

Rede von Dr. Hans Schales am Infoabend des Fördervereins in St. Ingbert

Mittwoch 25. Mai 2005

Salibonani und Niabonga Guten Abend und Danke...

Ihnen allen, die Sie trotz des morgigen Feiertages gekommen sind! Danke allen, die diesen Abend vorbereitet haben!

Ich freue mich in St. Ingbert zu sein, der Stadt meiner Großeltern, meiner Eltern, meiner Jugendzeit, der Stadt meines Bruders, meiner Verwandten, Freunde und Bekannten! Ich habe hier 21 Jahre gelebt, ich wurde hier volljährig.

Den Freunden aus Dudweiler verspreche ich, dass ich zu Ihnen das nächste Mal komme, denn dort habe ich fast 30 Jahre gewohnt und gearbeitet.
In Würzburg habe ich sechs Jahre gelebt, es ist die Stadt meiner Kindheitserinnerungen; später habe ich hier zwei Jahre Medizin studiert und bin Mitglied des Missionsärztlichen Instituts geworden. Heute Abend ist der Geschäftsführer des Instituts, Herr Hein-Rothenbücher, bei uns. Herzlich willkommen Karl-Heinz!
Geboren bin ich in Landsberg am Lech, an das ich keine Erinnerungen habe.
Seit vier Jahren lebe ich in Zimbabwe, einem Land, über das fast alle Saarländer seit drei Jahren durch die Arbeit des AP bestens informiert sind.

Heute haben Sie von Dr. Davis-Ziegler und Gordon weitere Insiderinfos aus erster Hand bekommen und wenn Sie die HP des AP verfolgen sind Sie immer auf dem neusten Stand.
In Zimbawe lebe ich in einem von der Sonne verwöhnten Land unter freundlichen Menschen. Ich wohne in einem geräumigen Haus mit fließend kalt-warmen Wasser und Elektrizität, beides nicht allzu oft von Stromausfallen unterbrochen, mit Telefonanschluß vorwiegend zum Empfang und Versenden von e-mails. Eine treue Haushälterin und eine gute Küche sorgen für das tägliche Wohlbefinden. Ich schlafe in der Malariazeit unter einem Moskitonetz, schlucke in den gefährlichen Monaten vorsorglich Resochin und habe erst einmal eine leichte Malaria und etwa zweimal jährlich Durchfall gehabt.
Ich stehe morgens um 5Uhr30 auf, gehe zur Hl. Messe, arbeite mit kurzen Unterbrechungen bis etwa 4-5 Uhr, habe jeden dritten Tag Bereitschaftsdienst, da wir z. Zt. 3 Ärzte sind. Meine Hobbys sind Lesen Musikhören und E-mailen. Zu wenig Zeit habe ich für Radfahren und Wandern.
Vom zimbabwischen Staat bekomme ich ein kleines Gehalt, das zum einfachen Leben vor Ort ausreicht, über Misereor bin ich sozial abgesichert und meine Heimflüge und privaten Projekte bezahle ich von meiner deutschen Rente.

Vor Kurzem habe ich gelesen, dass bei einem Wettbewerb um das schönste Wort der Deutschen Sprache , das Wort Habseligkeiten gewählt wurde, begründet durch folgende Definition: Habseligkeiten ist das Wort für das, was ein Kind aus seiner Hosentasche zaubert, wenn es sich an dem Reichtum und der Vielfalt seines Besitztums erfreuen will.

Heute Abend möchte ich Sie an meinen Habseligkeiten, an meinem Reichtum teilnehmen lassen. Damit will ich nicht nur Informationen über Zimbabwe, sondern vor allem über meine persönliche Welt geben, damit Sie besser verstehen, was mir diese Welt bedeutet.

Meine Habseligkeiten sind die Menschen, besonders die Armen und Kranken und ihre Helfer vor Ort und zu Hause.

Ich bin als Arzt nach Zimbabwe gekommen. Je länger man im Land ist, erkennt man welch unvorstellbares Elend die Pandemie HIV-AIDS, die Machtbesessenheit der Regierung und die fast alljährliche Trockenheit über die Menschen gebracht haben, sowohl über die Städter als auch die Landbevölkerung. In unserem Krankenhaus sehe ich nur die Spitze des Eisbergs, die Spitze eines stillen Tsunamis.
Bilder, Einzelschicksale, Gedanken, die mir nicht aus dem Kopf gehen, mit denen ich abends einschlafe und morgens wach werde:

Die etwa 70 jährige Frau, die ihre 18 jährige Nichte und deren Neugeborenes zwei Wochen lang rund um die Uhr pflegt. Die Nichte ist nach der Geburt ihres ersten Kindes durch eine Schwangerschaftsvergiftung und gleichzeitige Malaria eine Woche tief bewusstlos. Sie erholt sich nur langsam, weil sie auch HIV positiv ist. Die alte Frau schläft unter dem Bett der Patientin auf dem Boden. Erst bei der Entlassung erfahren wir, dass die gute Pflegerin die Mutter des Erzbischofs von Harare ist.
Die zwanzigjährige aidskranke Frau, die zusammen mit ihren beiden Kleinkindern von der Großmutter gebracht werden. Nach einigen Tagen stirbt die junge Frau und die Großmutter muß die beiden Waisenkinder, die sehr wahrscheinlich auch den tödlichen Virus in sich haben zu sich nehmen und aufziehen.

Die etwa 60 jährige Frau die ihre 18 jährige schwangere Tochter mit hohem Fieber ins Krankenhaus bringt. Sie ist von Binga , einem Ort etwa 300 km von St .Luke’ s entfernt und schon den ganzen Tag unterwegs, da es im Krankenhaus in Binga keinen Arzt gibt. Kurz nach der Aufnahme bekommt die junge Frau Krämpfe und wird bewusstlos. Sie hat die gefürchtete cerebrale Malaria. Das Fieber löst Wehen aus und das zu früh geborene Kind stirbt nach wenigen Stunden. Wir können auch das Leben der jungen Mutter nicht retten, die Malaria ist zu weit fortgeschritten und sehr wahrscheinlich ist sie auch aidskrank. Die 60 Jährige reist mit zwei Leichen den langen Weg zurück, da die Toten in der Nähe der Wohnstätte beerdigt werden müssen.

Die alleinstehende junge Mutter, die kein Geld für den Heimtransport ihres verstorbenen Kindes hat und deshalb das Kind auf einem Feld nahe beim Krankenhaus beerdigen muß.

Die junge Frau, die drei Kinder geboren hat, aber keines einen Monat überlebte da sie AIDS krank ist und kein Geld für Milch hat.

Die Frau die ihr sechstes Kind alleine in ihrer Hütte zur Welt bringt, etwa 35 km vom Krankenhaus entfernt, und von den Nachbarn verblutet vorgefunden wird, als sie von Kinderschreien aufmerksam gemacht werden.

Der Mann, der von einem selbstgefällten Baum erschlagen wurde und seitdem querschnittgelähmt ist.
Der Epileptiker, der in offenes Feuer gefallen ist und seit Monaten mit schwersten Verbrennungen am ganzen Körper bei uns gepflegt wird.

Der neunjährige Junge, der von einem Kuhhornstoß lebensgefährliche innere Verletzungen erleidet und durch eine Operation gerettet werden kann.

Joice, das herzkranke 14 jährige Mädchen, das so gerne die Schule besuchen möchte, aber zu schwach ist. Wir haben sie in das größte Krankenhaus nach Byo geschickt, um sie dort untersuchen zu lassen, ob eine Herzoperation möglich ist, aber dort gibt es keine Herzspezialisten mehr, und auch in Harare, der Hauptstadt Zimbabwes, 600km von St.Luke`s entfernt, gibt es diese Möglichkeit nicht mehr. Das Gesundheitssystem in Zimbabwe ist zusammengebrochen.

Die 11 jährige Princess, die mir um den Hals fällt, als wir ihr sagen, dass sie in Indien an ihrem Herzfehler, der seit ihrer Geburt bekannt ist, operiert werden wird. Sie war inzwischen mit drei weiteren Herzpatienten mit Finanzierung durch das AP im Februar nach Indien geflogen worden. Princess und ein weiterer Patient konnten erfolgreich operiert werden. Bei zwei Patienten stellten die Spezialisten in Indien fest, dass das Operationsrisiko zu groß sei.

Die 33 jährige Kathazile, die ich von ihren sich außerhalb der Gebärmutter entwickelten Zwillingen entbunden habe; diese sind dann im Alter von drei Monaten durch Rauchvergiftung gestorben sind. Kathazile, ist gleichzeitig unsere erste Patientin, unter antiretroviraler Therapie. 
Die zwanzigjährige Samantha, die todkrank eingeliefert wird, sie hat zwei kleine Kinder, die von Angehörigen versorgt werden. Wir stellen eine HIV bedingte schwere Lungenerkrankung fest, sie ist unsere zweite Patientin unter ART und sie erholt sich in wenigen Wochen.

Der achtjährige Bruce. Er wird todkrank von Sr. Helga auf einer Außenstation entdeckt. Er ist Vollwaise und völlig vernachlässigt von Angehörigen. Sie bringt ihn in unser Krankenhaus, wäscht ihn, gibt ihm saubere Kleider und ein sauberes Bett. Sie pflegt und betreut ihn, bis er nach wenigen Tagen an AIDS stirbt. Seine einzige Habseligkeit ist ein abgewetzter, gelber Golfball, den er bis zum Tod fest in seiner Hand hält.

Die Helfer vor Ort und zu Hause: In und um St.Luke’s haben wir nur wenige engagierte Mitarbeiter und Helfer. Die Menschen sind zu sehr mit ihren eigenen Problemen und ihrem Überlebenskampf beschäftigt:

An erster Stelle muß ich unseren Verwalter Gordon nennen, dann Vusa, den ich mit 17 Jahren als Gärtner, eingestellt habe und der jetzt zusammen mit dem Buchhalter Thadeus im AP mitarbeitet, die Lehrer der Schulen, die wir unterstützen, Father Sipho, der südafrikanische Priester unserer Missionsstation und die Mariannhiller Missionare in Bulawayo.

Hier im Saarland das große Heer der Menschen mit einem guten Herzen!
Die Mitglieder des AP, die großen und kleinen Sponsoren, die Pateneltern, die Schüler und Schülerinnen vieler saarländischen Schulen, die namenlosen Spender und die Menschen die uns Mut zusprechen und unsere Arbeit wohlwollend und betend begleiten.

18 Saarländerinnen und Saarländer und sechs aus anderen Bundesländern haben in den vergangenen vier Jahren unentgeltlich und in ihrem Urlaub in St. Luke’ s mitgearbeitet. Namentlich erwähnen muß ich Alexander, der als ADiA (anderer Dienst im Ausland) seit 14 Monaten ausgezeichnete Arbeit leistet. Über seine Arbeit könnte man abendfüllend berichten.

Die Hilfe durch Misereor-Aachen und das Missionsärztliche Institut in Würzburg (aus dem ich hervorgehe), die uns maßgeblich bei unserem neuesten Projekt für die Behandlung der AIDS Kranken unterstützen:
Vor zwanzig Jahren wurde in Zimbabwe der erste AIDS Patient diagnostiziert. Heute sind 2 Millionen Zimbabwer mit dem tödlichen Virus infiziert, über 50% sind junge Frauen, wöchentlich sterben etwa 3000 Menschen an den Folgen von AIDS, das durchschnittliche zu erwartende Lebensalter ist von 63 Jahren auf 38 Jahre abgefallen.

Vor über einem Jahr hat das Gesundheitsministerium St.Luke`s zu einem Schwerpunktkrankenhaus für die AIDS Behandlung unserer Region ausgewählt; aber außer Absichtserklärungen hat sich nichts getan. Zimbabwe ist bankrott und die Krankenhäuser sind zu Sterbehäusern geworden. Mit der tatkräftigen Hilfe einer erfahrenen Ärztin vom MI Würzburg haben wir vor einigen Wochen die planmäßige Behandlung von AIDS Patienten begonnen. Mit der Unterstützung von MISEREOR und des AP streben wir die Behandlung von etwa 1000 Kranken in den nächsten 3 Jahren an. Die monatlichen Behandlungskosten pro Patient betragen zur Zeit etwa 25 Euro. Dieses längst überfällige Projekt wird unsere Arbeit in und um das Krankenhaus herum revolutionieren. Wir werden sie speziell über den Fortschritt dieses Projektes über unsere HP auf dem Laufenden halten.

Der Kontakt mit Ihnen, unseren großherzigen Menschen von der Saar, bedeutet mir sehr viel. 
Eine Frau ,sie ist auch heute hier im Saal, schrieb mir zum Jahresbeginn folgende Zeilen:
...`daher sind Menschen wie Du so wichtig für so viele andere, nicht nur für die, denen Du direkt vor Ort hilfst, sondern für viele, die durch Dein Leben wieder Sinnhaftigkeit erfahren!` 

Daß dies nicht nur die Meinung eines Menschen ist zeigt mir,Ihre Anwesenheit! Ich bin stolz auf Sie, wie auf unseren neuen deutschen Papst!

Herzlichen Dank - Syiabonga!

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